Beide sind klein. Beide verzichten auf die Hundert-Gäste-Produktion. Was unterscheidet also eine kleine Hochzeit von einer Hochzeit zu zweit, und welche von beiden ist eure?
Die ehrliche Antwort: Die eine ist noch eine Feier mit Gästen, die andere nicht. Dieser eine Unterschied bestimmt alles Weitere, von den Kosten über den Planungsaufwand bis zu dem Gefühl, das der Tag von innen hat. Ich fotografiere beide Formen seit Jahren, und keine davon ist die bessere. Es gibt nur eine, die besser zu euch passt, und meistens entscheidet das eine einzige Frage.
Die Begriffe, klar getrennt
Eine Hochzeit zu zweit dreht sich nur um euch beide. Keine Gäste, oder eine kleine Handvoll, die als Trauzeugen dabei ist und nicht als Publikum. Ihr müsst an dem Tag niemanden bewirten und nichts moderieren, und der Ablauf richtet sich ganz nach Licht, Landschaft und dem, wonach euch gerade ist.
Eine kleine Hochzeit ist eine echte Hochzeit im Kleinformat, mit etwa zehn bis dreißig Gästen. Es gibt eine Trauung mit Stühlen, ein Essen mit Tischordnung, oft Reden und ein bisschen Tanz. Alles, was eine Hochzeit hat, nur ohne die Menge.
Manchmal hört man auch das Wort „Minimony”, eine winzige Feier nur für die Trauung, oft kombiniert mit einer größeren Party später. Ein brauchbarer Begriff mit gleicher Logik: Je mehr Gastgeberrolle, desto weiter weg von einer Hochzeit zu zweit.
Was eine kleine Hochzeit euch gibt
Vor allem Zeugen, und das ist nicht wenig. Ein Versprechen, das ihr vor euren Eltern sprecht, wirkt anders als eines, von dem ihr ihnen hinterher erzählt. Eine kleine Hochzeit behält das, dazu das Lachen am Esstisch und Fotos, auf denen vier Generationen zusammenstehen.
Sie behält auch ein Stück Veranstaltungsmaschinerie. Jemand muss ein gemeinsames Essen planen, Menschen setzen, den Tag nach dem langsamsten Gast in der Runde takten. Das ist ein Bruchteil der Last einer großen Hochzeit, aber es bleibt Gastgeberrolle, und am Tag selbst gehört ein Teil eurer Aufmerksamkeit dem Raum.
Was eine Hochzeit zu zweit euch gibt
Vor allem Freiheit, und zwar ganz praktisch. Ihr könnt im ersten Licht auf einem Grat heiraten, den keine Gruppe erreichen würde, und wenn das Wetter kippt, verschiebt ihr einfach alles um einen Tag. Im Ablauf steht nichts außer euch beiden und dem Licht.
Der Preis dafür ist genauso konkret: Niemand sieht euch heiraten. Für manche Paare ist dieser Gedanke pure Erleichterung, für andere ein leiser Verlust. Beide Reaktionen sagen euch etwas. Wie eine Hochzeit zu zweit im Detail abläuft, von Standesamt bis Familie, steht in meinem großen Elopement-Guide.
Der Bereich dazwischen
Viele Paare landen zwischen den beiden Begriffen, und das ist völlig in Ordnung. Eine Trauung allein auf den Klippen zur goldenen Stunde, danach ein Abendessen mit sechs Menschen in der Stadt. Eine Hochzeit zu zweit mit den zwei besten Freunden als Trauzeugen. Ein Finca-Wochenende, bei dem zehn Menschen ein Haus teilen, das Versprechen aber auf einem Hügel fällt, ganz ohne Stühle.
Die Begriffe sind für Blogposts wie diesen da. Echte Tage baut man nach Maß. In Europa nimmt euch die Landschaft ohnehin die halbe Gestaltung ab.
Standesamt und freie Trauung
Egal, für welche Größe ihr euch entscheidet: Rechtsgültig heiraten könnt ihr in Deutschland nur auf dem Standesamt. Eine freie Trauung im Garten, am See oder am Berg ist schön, rechtlich aber nicht bindend.
Daraus ergeben sich zwei saubere Wege. Der erste, für die meisten der einfachste: das Standesamtliche im kleinsten Rahmen zu Hause erledigen und den eigentlichen Tag für die freie Trauung an eurem Wunschort aufheben. Der zweite: rechtsgültig direkt an eurem Wunschort heiraten, was im Ausland Vorlauf für die Papiere braucht. Welcher Weg passt, hängt vom Ort und eurer Geduld mit Behörden ab.
Wo und wie: Ideen für den kleinen Kreis
Bei einer kleinen Hochzeit wählt ihr den Ort für die Gruppe, nicht nur für euch zwei. Das schließt manche steilen Wege aus, öffnet aber Orte, die für zweihundert Gäste nie funktionieren würden: der eigene Garten, ein Innenhof, eine Finca zwischen Olivenbäumen, das Nebenzimmer beim Lieblingswirt. Hier bei mir in der Gegend geht zum Beispiel eine Straußwirtschaft im Rheingau, wo im Herbst der eigene Wein ausgeschenkt wird, ein Ort, den keine große Hochzeit buchen könnte. Achtet nur auf den Zugang für den am wenigsten mobilen Gast, dann bleibt der Tag für alle leicht.
Was im kleinen Kreis besonders gut funktioniert: ein langer Tisch unter Bäumen statt einer Tafel mit Sitzplan, ein Essen, das der Wirt kocht, statt Catering im Zelt, und zwischen Trauung und Abendessen ein Spaziergang mit allen, gern durch die Weinberge, wenn das Licht tief steht. Zwanzig Menschen passen an Orte, an denen hundert scheitern.
Daheim oder unterwegs
Eine kleine Hochzeit geht beides. Wollt ihr im kleinen Kreis ganz in der Nähe feiern, bietet sich eine klassische Feier in der Region an, ohne lange Anreise für eure Gäste. Wie ich solche Tage rund um Wiesbaden, Mainz und das Rhein-Main-Gebiet begleite, steht auf meiner Hochzeitsseite.
Zieht es euch dagegen mit wenigen Menschen in die Berge oder ans Meer, gelten dieselben Regeln wie für eine Hochzeit zu zweit, nur eben für eine kleine Gruppe. Beides begleite ich, vom Garten zu Hause bis zur Finca im Süden.
Was eine kleine Hochzeit kostet
Auch hier gilt: Sie wird so teuer, wie ihr sie euch macht. Mit zwanzig Gästen statt hundert fällt der größte Kostenblock einer klassischen Hochzeit weg, und was übrig bleibt, könnt ihr klein halten oder bewusst in Qualität stecken, in den besseren Wein, das bessere Essen, den schöneren Ort.
Die typischen Posten:
- Ort und Essen, im kleinen Kreis der größte Block und zugleich der größte Hebel
- Outfits, Ringe, Blumen
- freier Redner, falls ihr nicht standesamtlich vor Ort heiratet
- Fotografie
- bei einer Reise: eure Unterkunft, denn Gäste tragen An- und Abreise üblicherweise selbst
Was die Fotografie bei mir kostet, steht offen auf der Preisseite.
Die Frage, die meist entscheidet
Wenn ihr unsicher seid, macht den einfachen Test. Schließt die Augen und stellt euch die Minute eurer Trauung vor. Jetzt setzt zwanzig Menschen dazu.
Wird das Bild wärmer, oder zieht sich etwas in euch zusammen? Dieser Reflex ist ehrlicher als jede Pro-und-Kontra-Liste. Wird es wärmer, plant eine kleine Hochzeit und freut euch über jeden Stuhl. Zieht es sich zusammen, heiratet zu zweit und gebt euren Menschen danach ein schönes Fest zu Hause.
Klein ist die eigentliche Entscheidung
Auf welcher Seite der Linie ihr auch landet, die mutige Wahl habt ihr schon getroffen: einen Tag, der auf die Menschen zugeschnitten ist, um die es geht. Ich fotografiere beides, von zwei Menschen auf einem Grat bis zur kleinen Hochzeit mit den Großeltern in der ersten Reihe.
Erzählt mir, was ihr euch vorstellt, dann finden wir gemeinsam heraus, was zu euch passt. Mehr über meine Arbeit findet ihr hier.
Häufige Fragen
01 Was ist eine kleine Hochzeit?
Eine kleine Hochzeit ist eine vollständige Hochzeit mit Trauung, Essen und manchmal Tanz, nur auf etwa zehn bis dreißig Gäste verkleinert. Sie behält den Ablauf einer Hochzeit und macht nur das Publikum kleiner.
02 Ab wie vielen Gästen ist es eine kleine Hochzeit und keine Hochzeit zu zweit mehr?
Eine feste Grenze gibt es nicht, aber eine nützliche: Solange nur eine Handvoll Menschen als Trauzeugen dabei ist, ist es eine Hochzeit zu zweit. Sobald ihr eine geplante Gruppe mit Essen und Ablaufplan bewirtet, meist ab zehn Personen, ist es eine kleine Hochzeit.
03 Ist eine kleine Hochzeit günstiger als eine große?
In der Regel ja, weil ihr zwanzig Menschen bewirtet statt hundert. Wie viel ihr ausgebt, hängt vom Ort, vom Essen und davon ab, wie viel ihr selbst ausrichtet. Gäste tragen ihre eigene An- und Abreise üblicherweise selbst.
04 Sollen wir zu zweit heiraten oder eine kleine Hochzeit feiern?
Stellt euch eure Trauung vor. Wenn die Menschen, die zusehen, den Tag schöner machen, feiert eine kleine Hochzeit. Wenn ihr ohne Publikum freier und mehr ihr selbst wärt, heiratet zu zweit und feiert danach mit allen.
05 Kann eine kleine Hochzeit draußen stattfinden wie eine Hochzeit zu zweit?
Ja, mit Grenzen. Eine kleine Gruppe kann sich an einem Aussichtspunkt, in einem Finca-Garten oder auf einer Bergwiese versammeln, solange der Zugang auch für den am wenigsten mobilen Gast funktioniert. Das ist der Planungsunterschied: Ihr wählt den Ort für die Gruppe, nicht nur für zwei.